Wenn ich anfange zu malen, weiss ich nicht, was ich male.Ein Satz, der meine typische Arbeitsweise beschreibt. Ohne Grundierung geht meistens gar nichts. Zunächst muss die Leinwand an sich schon eine gewisse Spannung präsentieren. Dazu wird als allererstes Spachtelmasse oder Sand - oder auch gerne beides aufgetragen. Was danach kommt, hängt von der Stimmung ab. Musik ist beim Malen eine ständige Begleiterin. Sie unterstreicht meine Stimmung. Meistens ist die Musik rein instrumental und eher ruhig, ab unzu auch rockig. Die entstehenden Motive wirken entsprechend ihrer Entstehungsphase durch ihre Farb- und Formgebung entweder laut oder leise, lebendig oder ruhig. Auch entstehen Werke, die sowohl laut und gleichzeitig leise sein können, beispielsweise dann, wenn sich ein Kontrast nur in der Mitte eines Bildes abspielt und zu den Seiten hin ausgeblendet wird.

Gemalt wird nur mit einem einzigen Pinsel oder mit einem einzigen Spachtel, schichtweise, mit Acryl und Pigmenten. Die Farben gehen ineinander über. Grössere Farbkontraste enstehen, wenn eine Stelle bereits getrocknet ist und sie zum zweiten oder dritten Mal bearbeitet wird. Die reizvolle Oberfläche und der schichtweise Farbauftrag führen zu einer reichhaltigen malerischen Pastosität. Oft wird eine Arbeit nach mehreren Arbeitsschritten so lange gedreht und von allen Seiten betrachtet, bis die Künstlerin ein Motiv darin entdeckt. Neben Landschaften werden so durchaus auch Tiere, Blumen oder Menschen zu Leinwand gebracht. Gestalterische Grenzen gibt es in meinem Malprozess nicht. "Es kann auch dazu kommen, dass ich ein halbes Glas Wasser auf das Bild kippe, um ein Motiv aufzuwecken; um eine gewisse Spannung im Detail herauszukitzeln. Manchmal male ich auch mit den Fingern. Oder ich schmeisse mit einem Spachtel einen grossen Klumpen Farbe ziellos auf das Bild und arbeite hier etwas heraus. Immer und immer wieder. Meine Kunst soll inspirieren und dekorieren. Sie soll in ihrem Betrachter eine Stimmung hervorrufen, die ihn aufwecken oder besinnen soll. Sie lädt ihn zu einer genaueren Detailbetrachtung ein. Viele Motive sind offen und bieten ihrem Betrachter die Möglichkeit zur freien eigenen Interpretation. Die strukturreiche, meist grobe Bildoberfläche ist ein Hauptmerkmal der Werke. Sie bildet einen reizvollen Kontrast zu den fast überwiegend sowohl in Farbwahl als auch in der Formgebung sehr weichen Motiven.